Brandenburg: margravate, or mark, then an electorate of the Holy Roman Empire, located in the northeastern lowlands of Germany; it was the nucleus of the dynastic power on which the kingdom of Prussia was founded. After World War I it was a province of the Land (state) of Prussia in Germany.
After World War II Brandenburg west of the Oder River was constituted as a separate Land on the dissolution of Prussia. In 1952 Brandenburg's old administrative identity was lost when the East German Länder were dissolved into new Bezirke (districts), but the Land of Brandenburg was re-created in 1990 prior to the reunification of East with West Germany.
Städte und Gemeinden:
[Eberswalde] (Kreisstadt), [Bernau]
Bundesland: Brandenburg Kreis: Barnim
(Kfz-Kennzeichen: BAR)
Postleitzahl: 16321 Vorwahl: 03338
Fläche: 9.433 ha Höhe: 80 m über NN
Ortsteile: Birkholz, Birkholzaue, Börnicke, Ladeburg, Lobetal, Schönow, Waldfrieden
Lage: im Nordosten von Berlin, 25 km bis zum Alexanderplatz
Verkehrsanbindung
* Autobahn A 10 (Berliner Ring),
A 11 (Prenzlau mit Abfahrt Bernau-Süd und -Nord),
B2 (Berlin-Stettin)
* Fernbahnhof, (Strecke Berlin-Stralsund)
S-Bahn (S2) Bernau - Lichtenrade
Regionalbahn RB 60
Regionalexpress RE 3
Einwohner : 36.000
Partnerstädte:
* Champigny sur Marne
(Frankreich, Vorort von Paris)
* Meckenheim
(Nordrhein-Westfalen, in der Nähe von Bonn)
* Skwierzyna
(Polen, 60 km östlich von Küstrin)
Die Stadt Bernau bei Berlin ist Mitglied in der Vereinigung der
Städte mit hussitischer Geschichte und Tradition.
Sehenswürdigkeiten:
Deserteurdenkmal, Steintor mit Hungerturm, Henkerhaus (Heimatmuseum), Feldsteinstadtmauer mit historischen Wallanlagen, St.-Marien-Kirche, St.-Georgen-Hospital, Kantorhaus, Herz-Jesu-Kirche, Jugendtreff Dosto
Auskünfte über:
Stadt Bernau bei Berlin, Fremdenverkehrsamt
Bürgermeisterstraße 4
16321 Bernau bei Berlin
Telefon: 0 33 38 / 76 19 19 oder
Fax: 0 33 38 / 76 19 70
Konrad Wolf und Bernau
In der Riege der Bernauer Ehrenbürger findet sich unter anderen Konrad Wolf.
Heute sind noch seine Filme „Ich war 19“ (mit Jaecki Schwarz) und „Solo Sunny“ bekannt. Die HFF (Hochschule für Funk und Fernsehen Potsdam) trägt seit 1985 den Ehrennamen „Konrad Wolf“ .
Die Verbindung zu Bernau kommt durch seinen Film „Ich war 19“ zustande.
Hier behandelt er die Befreiung Bernaus vom Nationalsozialismus. Konrad Wolf kämpfte in der roten Armee und wurde nach der Befreiung Bernaus mit 19 Jahren für zwei Tage Stadtkommandant.
Einige Szenen des Films wurden in Bernau gedreht.
Nach seiner Zeit als Stadtkommandant und erst recht nach dem Dreh von "Ich war 19" hielt Konrad Wolf engen Kontakt zur Stadt Bernau. Besuche bei den Jungen Pionieren, Gespräche mit der FDJ, im Schichtpressstoffwerk (SPW) trug eine Brigade den Ehrentitel "Konrad Wolf".
Konrad Wolf war bei den Bernauern beliebt und geehrt.
Eine Gedenktafel an der ehemaligen Kommandantur ist während der Wende "verschwunden", aber im Stadtpark erinnert noch eine Stele und ein Relief an den Künstler.
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Ein kurzer Lebenslauf
Konrad Wolf (*20.10.1925, +7.3.1982) Filmregisseur, Präsident der Akademie der Künste
Konrad Wolf wird in Hechingen (Württemberg) als Sohn des Arzts und Schriftstellers Friedrich Wolf? geboren, sein Bruder ist Markus Wolf.
1933 emigriert die Familie zunächst in die Schweiz und nach Frankreich und gelangt Ende 1934 nach Moskau.
Bis 1937 besucht Konrad Wolf wie viele Emigrantenkinder die Karl-Liebknecht-Schule; 1936 nimmt die gesamte Familie die sowjetische Staatsbürgerschaft an, ab 1938 besucht Konrad Wolf eine russische Schule.
Nach Kriegsbeginn wird er wie viele Deutsche weit in den Osten evakuiert, was eher eine Verbannung war, Anfang 1942 darf er von Alma Ata nach Moskau zurückkehren.
Im Dezember 1942 wird er einberufen und dient in der Roten Armee als Dolmetscher und Übersetzer in der Politischen Abteilung der 47. Armee und macht Aufklärungsarbeit unter deutschen Kriegsgefangenen.
1945 wird er für kurze Zeit erster sowjetischer Stadtkommandant von Bernau (beschrieben in dem Film "Ich war 19") und nimmt dann am Kampf um Berlin teil.
Nach Kriegsende arbeitet er zunächst als Korrespondent der Berliner Zeitung und dann als Kulturreferent in der Informationsabteilung der Sowjetischen Militäradministration Sachsen-Anhalt.
Im Dezember 1946 wird Konrad Wolf als Oberleutnant aus der Sowjetischen Armee entlassen. Bis 1949 arbeitet er im Haus der Kultur der Sowjetunion in Berlin und macht gleichzeitig Abitur an der Abendschule der SMAD in Berlin-Karlshorst. Von 1949 bis 1955 studiert er Regie am Allunionsinstitut für Kinematografie in Moskau. 1951 macht er Regieassistenz bei Joris Ivens, 1952 nimmt er die DDR-Staatsbürgerschaft an und tritt in die SED ein ; 1953 und 1954 arbeitet er als Regie-Assistent bei der DEFA Spielfilm und assistiert unter anderen Kurt Maetzig. Von 1955 bis zu seinem Tod ist er Regisseur bei der DEFA; von 1959-66 ist Konrad Wolf Vorsitzender der Gewerkschaft Kunst; 1961 wird er Mitglied der Akademie der Künste und von 1965 an deren Präsident; ab 1971 ist er Mitglied der Kulturkommission beim Politbüro der SED,
Am 20.04. 1975 wird anlässlich des 30. Jahrestages der Befreiung Bernaus, Ehrenbürger der Stadt Bernau.
1981 Mitglied des ZK der SED.
1982 stirbt Konrad Wolf in Berlin.
Filmografie:
Busch singt (1981) (TV)
Solo Sunny (1979)
Mama, ich lebe (1976)
Der nackte Mann auf dem Sportplatz (1974)
Sonnensucher (1971)
Goya - oder Der arge Weg der Erkenntnis (1971)
Ich war 19 (1967)
Der kleine Prinz (1966)
Der geteilte Himmel (1964)
Professor Mamlock (1961)
Leute mit Flügeln (1960)
Sterne (1959)
Lissy (1957)
Genesung (1956)
Einmal ist keinmal (1955)
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Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Geschichtswerkstatt des bbz Bernau.
Unterwegs in der schönen Bernauer Landschaft kann man/frau auf allerlei Interessantes stossen.
Das zentrale Aufnahmeheim Röntgental (ZAH)
Um das Gelände an der S-Bahn in Zepernick entstanden während der Wende viele Gerüchte: Stasiknast, RAF-Versteck, Schiessanlage, Waffentests...
Heute ist klar: Hier stand das zentrale Aufnahmeheim für Umsiedler, die aus der BRD in die DDR wollten.
Das ehemalige Reichsbahngelände wurde als Hundeschule für Diensthunde, und ab 1979 als Aufnahmeheim genutzt.
Zuerst waren nur 4 Baracken in Nutzung, ab 1985/86 auch ein großes Gebäude „Typ Feierabendheim“. Nebenbei fungierte die Anlage als Notunterbringung für den Katastrophenschutz.
Ab 1989 beherbergte das Gebäude ein Altersheim und die Baracken , in denen vorher die Stasi untergebracht war, eine Förderschule für geistig Behinderte.
Im Aufnahmeheim hielten im Durchschnitt 30-40 Personen auf, bis zu 200 Menschen waren möglich.
Die Motive der Umsiedler waren verschieden: Oft gab es persönliche Gründe, die Familie war in der DDR, Erbschaften, Menschen die in die BRD ausgereist waren und zurückkommen wollten, da sich Hoffnungen nicht erfüllt hatten. Vereinzelt kamen auch vom Sozialismus überzeugte Menschen, um in der DDR zu leben. Die Einreisenden waren größtenteils Deutsche, nach 1989 kamen viele Juden und Palästinenser.
Der Weg des Umsiedlers:
Der Mensch wurde registriert und untergebracht, dabei wurde nach Religion, Kultur und politischen Ansichten sortiert. Längst nicht jeder sollte mit dem anderen in Kontakt kommen.
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Untergebracht wurde hauptsächlich in Doppelzimmern.
Danach bestand das Leben im Heim im wesentlichen aus Langeweile und Warten. Das Gelände durfte nicht verlassen werden. Kultur konnte ausgelebt werden, Sport und Freizeitvergnügen wie Grillen waren möglich. Post durfte empfangen, aber nicht gesendet werden. Teilweise durfte aber telefoniert werden.
Die Menschen wurden unterschiedlich behandelt, je nach dem, welcher Hintergrund sie in die DDR geführt hatte.
Oft gab es 2x pro Woche Dia-Vorträge über die DDR, um die Menschen auf ihre neue Heimat vorzubereiten. Fernsehen und Radio gab es natürlich nur als „Stimme der DDR“.
Alle Einreisewilligen wurden während einer Eingangsuntersuchung medizinisch durchleuchtet. Angeblich machte die DDR zu dieser Zeit schon AIDS-Tests.
Mit allen Umsiedlern wurden „Gespräche“ geführt. Gesprächspartner waren dabei Kriminalpolizei (normale Umsiedler) oder die Stasi. Teilweise wurden die Menschen wieder und wieder zu den selben Sachverhalten befragt und mussten ihr gesamtes Vorleben darlegen.
Alle Betroffenen beschrieben diese Gespräche als sehr zermürbend und verunsichernd. Durch die Abschirmung und die Einschränkung entstand ein enormer psychischer Druck auf die Heimbewohner. Dazu kam bis zum letzten Tag die Unsicherheit, ob eine Einreise genehmigt werden würde.
Das Personal wurde von allen als höflich und korrekt beschrieben, fast schon gezwungen freundlich. Auch das Essen war reichlich.
In den Gesprächen mit der Kripo wurde die Identität der Personen überprüft, Rückfragen ins Ausland wurden gestellt. Bei strafrechtlichen Belangen wurde die Person zurückgeschickt. Auch "Asozialen" oder „faulen“ Menschen wurde die Einreise verweigert.
Der MfS befasste sich mit politisch Verfolgten, die Zugehörigkeit zu Parteien wurde überprüft, politische Einstellungen erforscht. Intensiv wurde nach Spionen und Staatsfeinden gefahndet. Immer wieder mussten neue Fragebögen ausgefüllt werden. Allen Betroffenen wurde ein extremes Mißtrauen entgegen gebracht.
Aus Stasiakten ist zu ersehen, daß unter die "Einwanderer" auch Stasispitzel geschleust wurden und das Mißtrauen gerechtfertigt war. Auch die Kripo wusste nicht, wer ein Spitzel der eigenen Stasi war.
Der Aufenthalt dauerte normalerweise zwischen 4-6 Wochen, konnte aber bis zu einem halben Jahr andauern.
Wenn die Aufnahme positiv entschieden wurde, wurden die Menschen in Bezirksheime weitergeleitet, von da aus dann in eigene Wohnungen und an Arbeitsplätze. Mitspracherecht hatten die Einreisenden nicht, Wünsche nach Städten oder Arbeit konnten geäußert werden, waren aber eben nur Wünsche, denen meist nicht entsprochen wurde. Noch lange nach ihrer Ankunft in der DDR wurden die Menschen stark überwacht.
Die Anlage stand ganz im Zeichen des DDR- Sicherheitswahns:
(Aber westdeutsche Aufnahmelager zeigten ähnliche Sicherheitsmaßnahmen.)
Wellblechzaun, Stacheldraht, Überwachungsanlagen, Kameras, kein Ausgang kein Kontakt zu den Angestellten aus Küche und Büro.
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Allen wurden Ausweise und Papiere abgenommen. Es kam zu nachweislich zwei Selbstmorden und mehreren Selbstmordversuchen.
Die Anlage unterstand dem Ministerium des Innern, die Rolle der Stasi ist nicht ganz klar.
Klar ist aber: Hier waren keine Terroristen untergebracht, es wurden keine Waffentests durchgeführt. Die vorhandenen Anlagen waren ganz „normale“ Übungsschießtände.
Von 1984 -89 wurden in Röngental :
3637 Personen aufgenommen. Davon waren 1386 Rückkehrer, 1619 BRD-Bürger und 632 Personen aus anderen nichtsozialistischen Staaten.
432 Personen abgewiesen: 12 Rückkehrer, 402 Zuzieher und 18 Personen aus nichtsozialistischen Staaten.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Geschichtswerkstatt des bbz Bernau.
Bernau ist durchaus sehenswert. Von verschiedensten Seiten.
Jüdische Spuren in Bernau
Laut einer Sage gründete Albrecht der Bär die Stadt Bernau, weil er hier auf der Jagd in einem Wirtshaus einkehrte und ihm das Bier so gut schmeckte.
Die älteste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1140. Zwischen 1300 bis 1320 wurde um Bernau herum eine Stadtmauer errichtet. Durch drei Tore konnte man in die Stadt gelangen.
1. Wir beginnen unseren Rundgang am Steintor.
Die Überlieferungen jüdischer Mitbürger aus dieser Zeit sind spärlich. Eine Geschichte mit umstrittenem Wahrheitsgehalt hat sich erhalten:
Paul Frohm soll um 1510 aus der Kirche des Dorfes Knoblauch zwei heilige Stücke mit Hostien gestohlen haben. Er wurde verfolgt und gestand unter Folter, daß er diese Stücke an Juden verkaufen wollte. Das Geständnis war der Auslöser für die erste Judenverfolgung Brandenburgs. Paul Frohm wurde nachweislich auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
200 Jahre später traten erneut Juden in der Stadtgeschichte in Erscheinung.
Vor 1700 lebten 3 jüdische Familien in Bernau. 1737 erhielten die zugezogen Juden Samuel und Jakob Salomon den Status eines Schutzjuden. Dieses Privileg entstand nach teilweise heftigen Ausschreitungen im 12. Jh. Sie wurden als „schutzbedürftige und besonders befriedete Personen“ eingestuft, sie durften keine Waffen mehr tragen, aber ihnen wurde der Schutz des Herrschers zugesagt. Auch der Papst sicherte ihnen 1119 die Freiheit der Religion zu. Für dieses Privileg mussten sie extra Abgaben bezahlen, hatten aber trotzdem nur sehr dürftige Rechte.
Erst 1812 wurden sie in Preußen als mündige Staatsbürger anerkannt, unter der Vorraussetzung, daß sie bürgerliche Namen wie Fließ, Bernau, Steinthal oder Arnheim annahmen.
Ende des 18. Jh. hatten sich mehrere jüdische Familien in Bernau mit Geschäften oder Fabriken etabliert.
Nach vorhanden Seelenlisten waren es 1885 zusammen 29 Personen.
2. Wir gehen weiter in die Brüderstraße.
Früher befand sich hier (auf Höhe des heutigen REWE Marktes) ein sogenanntes Rohproduktgeschäft und eine Pantoffelfabrik der Brüder Friedländer & Löwenthal. An einigen alten Häusern vorbei gehen wir weiter in die
3. Louis- Braille- Straße/ Ecke Brauerstraße.
Hier stand einst der sogenannte Judentempel. Im Haus des Geschäftsmannes Louis Fließ befand sich bis 1892 ein Gebetsraum der jüdischen Einwohner Bernaus, in den Chroniken auch Synagoge genannt. Diese bestand aus einem großem Zimmer, 7,50 lang, 4,50 breit und 2,80 hoch. In der Bernauer Chronik wird auch eine vergitterte Empore für die Frauen beschrieben. Am jüdischen Gottesdienst nahmen die Frauen nicht direkt teil, sondern sahen von der Empore aus zu.
An der östlichen Seite des Raumes befand sich das Allerheiligste, die große und die kleine Thora. Aus der Thora, der Gesetzesrolle, wird beim jüdischen Gottesdienst gelesen.
Die Synagoge war mit Bänken, Pulten, dem Altar und Leuchtern ausgestattet.
Das Haus erwarb Herr Fließ bereits 1778 ebenfalls von einer jüdischen Familie, vom Schutzjuden Moses Salomon.
Ende des 19. Jh. wurde aus der Synagoge eine Werkstatt, da die erforderlichen 10 Männer, die für eine Gemeinde vorgeschrieben sind, nicht mehr in Bernau lebten. Der Gottesdienst wurde dann in Altlandsberg oder Biesenthal abgehalten.
Im 20. Jh. beherbergte das Haus ein Textil- und Spielwarengeschäft. Seine Fensterscheiben wurden in der Reichskristallnacht zerschlagen.
Heute erinnert hier eine Tafel an die Ereignisse. Sie wurde 1997 angebracht.
4. Wir wenden uns in die Rosstraße.
Hier stand vor dem Abriss das erste Bernauer Städtische Krankenhaus. Der jüdische Mediziner Dr. Isaak Pollnow leitete das Krankenhaus. Er wirkte von 1837 bis 1890 in Bernau, einer Zeit in der Pocken , Cholera, Diphterie und die Ruhr die Bevölkerung Bernaus dezimierten. Er erwirkte wesentliche hygienische Maßnahmen. Das Ablassen der Jauche auf die Straße wurde untersagt und
eine Verordnung über Fleischbeschau durchgesetzt.
Isaak Pollnow gehört zu den Ehrenbürgern der Stadt Bernau.
5. Wir gehen zurück in die Brauerstraße.
An der Ecke befand sich einst das Sämereiengeschäft des jüdischen Bürgers Schuster, nebenan wohnte der jüdische Rechtsanwalt und Notar Riegner.
Wir laufen die Brauerstraße entlang bis zum
6. Marktplatz.
Das Rathaus erzählt über Gesetze die in der Zeit von 1933 bis 45 gegen jüdische Mitbewohner durchgesetzt wurden.
Nachdem jüdische Kinder nicht mehr in Bernau zur Schule gehen durften, wurden sie privat unterrichtet.
1933 wurden jüdische Händler vom Wochenmarkt ausgeschlossen.
1935 waren am Ortseingang Schilder „Juden unerwünscht“ angebracht.
1939 waren in Bernau alle jüdischen Geschäfte enteignet.
1941 mussten alle Bernauer Juden einen Judenstern tragen.
Einige jüdische Familien flohen, darunter auch der Baustoffhändler Haase. Das Adressbuch wies 1938 nur noch 5 jüdische Namen aus. Bernauer Juden verschlug es bis Amerika.
Am 13. April 1942 mussten sich die Familien Schuster (mit 3 Kindern), Lehmann (mit 2 Kindern), das Ehepaar Lubinsky, eine Witwe und ihre Tochter sowie Fritz Heymann.
Sie wurden in einem Polizeiauto nach Berlin in ein Sammellager in der Synagoge der Letzowstraße und danach nach Warschau ins Ghetto deportiert.
Über die Familie Lehmann gibt es eine außergewöhnliche Geschichte zu erzählen.
Dazu gehen wir weiter in die
7. Bürgermeisterstraße.
Auf der linken Seite der Straße befand sich das Pelzgeschäft der Familie Lehmann. Im Zuge der Stadtsanierung 1978 wurde auch dieses Haus abgerissen.
Die Lehmanns, zwei Brüder waren praktizierende Christen. Die gesamte Familie Willi Lehmann wurde wie erwähnt nach Warschau ins Ghetto transportiert.
Der Bruder, Eugen Lehmann, organisierte von Bernau aus den Kontakt zur Familie und Lebensmittellieferungen. Mit seiner Unterstützung konnten Willi und seine Frau außerhalb des Ghettos in einer Pelzfabrik arbeiten. Es gelang die Flucht aus dem Ghetto kurz vor dem Aufstand. Die Kinder wurden unter Pelzen versteckt aus dem Ghetto geschmuggelt, kamen bei einer polnischen Arztfamilie unter und wurden dann von der polnischen Frau mit dem Zug nach Berlin gebracht.
Dort überließ die Frau die Kinder sich selbst. Die Kinder baten an der ersten Tür um Hilfe, riefen ihren Onkel in Bernau an und wurden bei Verwandten in Lichtenberg untergebracht.
Dann floh auch Margarete Lehmann aus dem Ghetto. Sie wurde in einem Sommerhäuschen in Wullwinkel nahe Bernau untergebracht und mit Lebensmitteln versorgt. Später ging die Flucht bis ins Erzgebirge weiter. Nahe einem Ort der tschechischen Grenze überlebten die drei bis die Flüchtlingsströme aus dem Osten kamen. Dann meldeten sie sich als Flüchtlinge aus Oberschlesien und erhielten Lebensmittelkarten und Papiere.
Zuletzt floh Willi mit Hilfe eines Eisenbahners nach Neustrelitz und hielt sich dort bis zum Ende des Krieges bei seiner Schwester versteckt.
Nach dem Ende des Krieges fand die Familie in Bernau wieder zusammen, zog in die alte Wohnung ein und lebte bis 1960 in Bernau. Dann verließen sie die DDR.
Wir setzten den Spaziergang durch Straßen fort, in denen früher jüdische Geschäfte das Stadtbild bestimmten.
8. Berlinerstraße.
Hier befand sich in der Nr. 34 das Damenhutgeschäft von Herrn Markus, in der Nr. 31 das Herrenbekleidungsgeschäft von Herrn Heymann und das Kurzwarengeschäft von Herrn Schweriner.
Unsere nächste Station ist das
9. Gericht.
Das Eckhaus gegenüber gehörte dem Chemieabrikanten Moses. Die Fabrik befand sich hinter der Bahn.
Das Amtsgericht als Symbol für die systematische Entwürdigung der jüdischen Bürger und Bürgerinnen Bernaus.
Abraham Löwenthal beantragte am 1.1.1939 die Eintragung des Vornamens Israel. Jüdische Männer und Frauen mussten nach einem Gesetz vom 17.8.1938 die Vornamen Israel, bzw. Sara tragen. Die Eintragung mussten sie selbst beantragen.
Der Bernauer Ernst Koch wurde am 3. Juli 1942 wegen Beschäftigung einer Jüdin, Nichtzugehörigkeit zur Partei und Ablehnung des deutschen Grußes verurteilt. Wegen staatfeindlicher Betätigung verlor er sein Ruhegehalt.
Wir beenden unseren Spaziergang in der
10. Breitscheidstraße.
Am Haus gegenüber des Kulturhofes befand sich bis vor kurzem die Aufschrift „Seidenwarenfabrik“. Hier stand sich die Seidenwarenfabrik des jüdischen Fabrikanten Löwenthal.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Geschichtswerkstatt des bbz Bernau.
Der 23 Jahre alte Punk Sven Beuter wird am 15. Februar 1996 in Brandenburg/Havel von einem Skinhead so schwer geschlagen und getreten, dass er fünf Tage später stirbt. An dem schmächtigen, schon früher von Skinheads überfallenen Opfer lässt der 21-jährige Täter seinen Hass auf "Zecken" ab, wie Linke und Punks von der rechten Szene genannt werden. Der rechtsextreme Hintergrund der Tat wird von Polizeipräsidium und Staatsanwaltschaft Potsdam acht Monate lang verschwiegen. Das Landgericht Potsdam wertet das Verbrechen nicht als Mord, da dem Täter niedere Beweggründe "nicht mit der nötigen Sicherheit" nachgewiesen werden könnten. Der Skinhead erhält siebeneinhalb Jahre Haft wegen Totschlags.
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Ein paar ausgewählte gastonomische Lokalitäten für den Gaumengenuss
Ein nettes gemütliches italo-amerikanisches Restaurant für die Gaumenfreuden
Hier eine Übersicht der kulturellen Einrichtungen
1994 starteten eine handvoll Leute mit dem Klub Chekov die (unoptimale) Location für Punk- und Hardcore-Konzerte in Cottbus. Neben den lauten Gitarren werden in dem Klub aber auch immer wieder gern Elektronik, Hip Hop, Reggae und moderne Tanzmusiken zu moderaten Preisen dargeboten.
Das Chekov befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Freibades Strombad.
Anschrift:
Chekov
Stromstraße 14
03046 Cottbus
Aktuelle Termine auf der Website:
http://www.zelle79.info/chekov/
Das selbstverwaltete Zentrum Zelle 79 befindet sich in Cottbus in der Parzellenstraße 79, was ein lustiger Zufall ist, weil dadurch nämlich der Name des Hauses sehr dem Namen der Straße nebst Hausnummer ähnelt.
Zelle 79 ist Ort eines Jugendbegegnungszentrums, eines Wohnprojekts und weiterer verschiedener Projekte.
Website: http://www.zelle79.info/
Städte und Gemeinden:
Lübben (Kreisstadt), Königs Wusterhausen, Luckau
St�dte und Gemeinden:
Herzberg (Kreisstadt), Elsterwerda, Finsterwalde, Bad Liebenwerda, Falkenberg
Von der Bundeshauptstadt aus ist es zur sogenannten Peripherie nicht weit. In Frankfurt/Oder, mit Auto oder Bahn in einer knappen Stunde angekommen, ist sie schon erreicht. Im Sommer 2006 herrscht hier eine starke Mückenplage. Winzige Stechmücken, Kriebelfliegen genannt, wogen in großen Schwärmen durch die Luft, auf der Schnellstraße prasseln sie an die Windschutzscheibe wie ein Regen. Dieses Insekt, das sauberes Wasser bevorzugt zur Eiablage, entwickelte sich mangels Industrie und industrieller Abwässer explosionsartig. Es wird sogar eine "Kriebelmücken-Konferenz" mit Experten geben. Die polnische Seite spritzt Gift, die deutsche nicht. Die Folger der Mückenplage jedenfals: es stehen alle Sitzgärten leer und die Touristen fliehen. Die Stadt wirkt darüber hinaus überraschend geruhsam, besonders morgens gibt es kaum Berufsverkehr. Stau entsteht einzig nur in der Rosa-Luxemburg-Straße durch den innerstädtischen Grenzübergang nach Slubice. Man findet überall (sogar schattige) Parkplätze. Diese Geruhsamkeit ist die Folge der Massenabwanderung nach Westen. Vor 1989 hatte Frankfurt (Oder) ca. 90.000 Einwohner. Von 1990 bis heute hat die Stadt fast 30 Prozent ihrer Bevölkerung verloren. Daran konnten weder die Neugründung der Viadrina-Universität (1991) mit ihren nur drei Fakultäten und entsprechend wenigen Studenten, noch der schöne Zusatz "Kleist-Stadt" (1999) etwas ändern.
Aber nciht nur am Bevölkerungsschwund lässt sich ablesen, dass wir uns eindeutig in einem "strukturschwachen" Gebiet befinden. Mehr als 20 Prozent der Bürger dieser Stadt sind arbeitslos, mehr als 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen leben von Sozialhilfe. Es gibt zweieinhalbtausend Ausländer in etwa, und eine hochgradige Xenophobie. Bei einer ersten Bürgerabstimmung dieser Art, stimmten Anfang dieses Jahres 86 Prozent der Bürger gegen eine Verlängerung der Straßenbahnlinie über die Oder hinweg ins polnische Slubice. Allgemeine Meinung: "Zum Tanken brauchen wir das Auto!" Eine ältere Frau, Bewohnerin einer Plattenbausiedlung im Stadtteil Neu-Beresinchen erzählt uns: "Das wird hier immer keimiger, seit Jahren putzt keiner mehr das Treppenhaus. Hier wird sich nie mehr was ändern; das sehen sie schon daran, dass 3.500 Wohnungen abgerissen worden sind … Im Prinzip leben nur noch Verlierer in der Stadt - und die, die die Verlierer verwalten …" Wer abends in der Dämmerung über die Autobahn kommt, kann eine angestrahlte Investruine sehen. Sie steht im "Technologiepark Ostbrandenburg", ist 230 Meter lang und 84 Meter breit und 20 Meter hoch. Die 2003 gescheiterte Chipfabrik war eines der ehrgeizigsten Großprojekte in den neuen Bundesländern, es endete mit einem wirtschaftspolitischen Desaster und verschlangt 80 Millionen an Steuergeldern.
Städte und Gemeinden: Rathenow (Kreisstadt)
Städte und Gemeinden:
Seelow (Kreisstadt), Strausberg
Der Landwirt und Arzt Albrecht Daniel Thaer (1752 – 1828) zählt zu den bedeutendsten Begründern der modernen Landbauwissenschaften im deutschen Sprachraum. Mit seinem Hauptwerk „Grundsätze der rationellen Landwirthschaft“ (1809 – 1812) entwickelte er das in seinen Grundzügen noch heute gültige System der Landbauwissenschaften und realisierte die Einheit zwischen den aufstrebenden Naturwissenschaften und der bis dahin fast ausschließlich empirisch betriebenen Landwirtschaftslehre.
Das von ihm 1802 in Celle gegründete landwirtschaftliche Lehrinstitut und besonders die spätere Königlich Preußische Akademie des Landbaues in Möglin (eröffnet 1806) bildeten mit ihrer Wissenschaftsorganisation und ihrem Lehrprogramm das Vorbild für das Entstehen zahlreicher agrarischer Hochschuleinrichtungen im In- und Ausland. Thaer war auch an den Preußischen Agrarreformen nach dem Oktoberedikt von 1807 beteiligt: Auflösen der starren Ständeordnung, Beseitigung der bäuerlichen Erbuntertänigkeit, Bauernbefreiung, Beginn der kapitalistischen Entwicklung in der Landwirtschaft. Mit der „Bauernbefreiung“ konnten die bisher abhängigen Bauern über 20 Millionen Hand- und annähernd 7 Millionen Spanndiensttage ablösen. Das hieß, sie waren nicht mehr verpflichtet, unentgeldlich auf den Gütern und Domänen zu arbeiten. Aber sie mussten dafür etwa 32 Millionen Taler zahlen und 400 000 ha Land abtreten. Damit wurden die Großbetriebe ökonomisch gestärkt.
Thaer kam 1804 nach Möglin und kaufte das dortige Rittergut. Heute steht das Ensemble als Gedenkstätte für Thaer unter Denkmalschutz: Hofanlage, Gutshaus, Inspektorenhaus, Gutspark mit Thaer-Büste und Thaer-Grab. Die Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer e.V. betreibt in einem Neubau in der Dorfmitte eine Ausstellung über Thaer, seine Herkunft, sein Werk und seine Zeitgenossen. Diese Ausstellung war ursprünglich im Inspektorenhaus untergebracht.
Dieses Ausstellungsgebäude wurde für Ende 2007 vom Geschäftsführer des Thaerhofes gekündigt, einem Immobilienhändler und Friedhofsgärtner aus Bielefeld. In der benachbarten Kirche ist die Ausstellung „200 Jahre Thaer in Möglin“ zu sehen. Die Büste im Park stammt aus dem Jahr 1978. Das Grab wurde 2003 aus Anlass des 175. Todestages saniert. Das heutige Aussehen der Hofanlage und des Parks ist ein typisches Beispiel dafür, wie durch verfehlte Privatisierungspolitik der Treuhand und ihrer landwirtschaftlichen Nachfolgerin, der BVVG, die Entwicklung blockiert werden kann.
Möglin, gelegen am östlichen Rand des Barnim, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht zu erreichen. Aber es wird durch den Fontane-Wanderweg und den Radwanderweg von Strausberg zur Oder an den regionalen Tourismus angeschlossen. Ein Teil des Wanderwegs ist die Verbindungsstraße zwischen Möglin und Reichenow. Mit den alten Kopfulmen lässt sich dort eine alte Bewirtschaftungsweise demonstrieren. Der Austrieb der Ulmen wurde regelmäßig beschnitten, geschneitelt. Dicke bzw. dünne Äste dienten als Bau- bzw. Brennholz. Die Blätter kamen frisch oder getrocknet (Blattheu) als Viehfutter zum Einsatz.
Öffnungszeiten der Ausstellung: April bis September Donnerstag bis Sonntag 11.00 bis 17.00 Oktober bis März Dienstag bis Freitag 10.00 bis 16.00
Bitte die aktuellen Öffnungszeiten bestätigen lassen unter 033456-35164.
Weiterführende Informationen: www.albrecht-daniel-thaer.org Albrecht Daniel Thaer in Brandenburg und Berlin, Agrarhistorischer und kulturhistorischer Reiseführer. Findling-Verlag, ISBN 3-933603-28-5, 9,50 €
Wissenswertes über Bad Freienwalde
Denkt mensch an Sport in Brandenburg, so wird er mit Sicherheit nicht sofort ans Skispringen denken. Und doch gibt es in Bad Freienwalde, im nördlichsten Skigebiet Deutschlands, eine Skisprungtradition die ins Jahr 1924 zurückreicht.
Denn mit der Gründung des Wintersportvereins Freienwalde am 31.01.1924 wurde der Startschuß für Wintersport und somit auch Skispringen in Freienwalde getätigt. So gab es bereits im selben Jahr das nördlichste Skispringen Deutschlands zu bestaunen. Allzu weit flogen die Damen und Herren allerdings noch nicht, aber dennoch konnten auch Weiten von 6-9 Metern begeistern. Ein Jahr später begann mensch mit dem Bau der Papengrundschanze auf der Weiten von bis zu 28 Metern erreicht wurden.
Der spätere Olympiasieger Birger Ruud aus Norwegen schaffte es immerhin auf respektable 24 Meter.
Aufgrund der brandenburgischen Witterung war es allerdings nicht möglich jedes Jahr Meisterschaften und Springen durchzuführen.
Hinzu kam dass mit der Machtübernahme der Nazis und dem 2.Weltkrieg auch der Winter- und Skisprungsport ins Abseits gestellt wurde.
1941 trafen sich etliche Übungsleiter aus der Region und überlegten wie mensch trotzdem den Wintersport ausüben könne. Von nun an hieß es mehr Augenmerk auf den Sport an sich denn auf Meisterschaften und Veranstaltungen zu legen. Und so gab es bis auf wenige Ausnahmen, wie z.B. dem Springen am 26 Januar 1941 welches ein großes Publikum anzog, auch keine weiteren nennenswerten Wettkämpfe.
1957 wurde die Schanze erneuert und modernisiert, der Anlauf verlängert und das Schanzenprofil verbessert sodass nun Weiten von bis zu 40 Metern erreicht werden konnten. Doch das Glück währte nicht lange denn Anfang der 60er Jahre gab es das für lange Zeit letzte Springen.
Erst mit der Wiederbelebung des Wintersportvereins am 28.02.2001, besann mensch sich auf seine Skisprungtradition und begann im August 01 damit der nun zugewucherten Schanze sowie der Auslaufzone zu Leibe zu rücken. Im September wurde das Schanzenprofil neu hergerichtet und bereits Mitte Oktober, genauer am 21.10.01, konnte das erste Trainingsspringen über die Schanze gehen. Das alles konnte nur dank vieler Sponsoren so schnell realisiert werden.
Die offizielle Einweihung führte dann am 04.11.01 der ehemalige Weltmeister Pavel Ploc durch.
Mittlerweile hat die Schanze mit der Ausrichtung der offenen Brandenburgischen Landesmeisterschaften ihre Feuertaufe bestanden und mit Juniorenspringen wird natürlich auch an den Nachwuchs gedacht.
Der Nachwuchs soll sich hier, geht es nach den Planern, in einigen Jahren in einem Trainings und Leistungszentrum wieder finden.
Der Bau 3 weiterer Schanzen (k30, K 60, K90) ist ebenso geplant, wie der einer Wintersportarena mit 40.000 Plätzen, ein Abfahrtshang (1300m lang), eine Snowboardhalfpipe sowie einer Sommerrodelbahn.
Die ganze Anlage soll zudem auch für Konzerte, Volksfeste usw. herhalten.
Mensch darf also gespannt was in den nächsten Jahren in Bad Freienwalde noch so alles passiert.
Hochgebirgsvergnügen im recht schneearmen Flachland Brandenburg gibt es nicht nur in Bad Freienwalde, sondern auch in Senftenberg.
Beim Oderhochwasser von 1997 stand das Oderbruch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Wegen drohender Deichbrüche waren 20 000 Einwohner und eine intensive Landwirtschaft hochgradig gefährdet. 4 500 Bewohner und fast alle Nutztiere wurden damals vorsorglich evakuiert.
Das Bruch stellt heute den größten Flusspolder der Bundesrepublik Deutschland dar und entstand durch wasserbauliche und meliorative Arbeit vieler Jahrhunderte. Es ist 80 km lang, 4 bis 16 km breit und nimmt eine Fläche von etwa 80 000 ha ein. Die Höhe über dem Meeresspiegel der Ostsee beträgt im Süden 12 m, im Norden nur noch 2,3 m. Der Höhenabfall von Ost nach West erreicht 3 bis 4 m.
Wegen dieses Höhenabfalls floss die Oder ursprünglich am Westrand des Bruchs, in der Tiefenlinie entlang der Lebuser bzw. Barnimer Platte. Mit Deichbauten im Laufe mehrerer Jahrhunderte wurde die Oder schrittweise an den Ostrand des Bruchs verlegt. Der Mittelwasserspiegel der Oder liegt heute über dem Niveau der Niederung. Daher die Hochwassergefährdung der Region. 1947 stand das gesamte Oderbruch nach einem Deichbruch zwischen Reitwein und Küstrin-Kietz unter Wasser. Die verschiedenen Zeiträume der Entwässerung und die geringe Höhe über dem Meeresspiegel führten zu unterschiedlicher Nutzung: im Süden mehr Ackerland, im Norden dagegen überwiegend Grünland.
Die letzte große wasserbauliche Maßnahme fand zwischen 1747 und 1753 unter dem Preußenkönig Friedrich II. statt Er ließ einen Kanal von Güstebiese (heute Gozdowice) nach Hohensaaten bauen. Dort fließt heute die Stromoder. Die Alte Oder floss über Wriezen und Bad Freienwalde. Am 2. Juli 1753 um 11.00 Uhr konnte nach 6 Jahren Bauzeit der Neue Oderkanal freigegeben werden. Der 250. Wiederkehr des Ereignisses wurde mit dem im Bild dargestellten Stein auf dem Deich bei Güstebieser Loose gedacht.
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Der König gab seinerzeit für die Melioration des nördlichen Oderbruchs 600 000 Taler aus. Auf dem Land siedelte er Kolonisten aus ganz Europa an, zunächst als Anreiz von Abgaben und Diensten befreit, später natürlich Steuerzahler und Soldaten. (Nach der Bruchmelioration führte der König den Siebenjährigen Krieg: Kosten 139 Millionen Taler, 180 000 tote Soldaten und 220 000 tote Zivilsten.)
Auf den nach 1997 sanierten oder neu gebauten Deichen sind gute Radwege entstanden. Die bereits erwähnte unterschiedliche Verteilung von Ackerland und Grünland lässt sich von dort aus gut erkennen. Reichen im Süden und im Zentrum des Bruchs meist Ackerflächen an den Deich heran, so nimmt nach Norden der Grünlandanteil zu. Die dort notwendige intensive Entwässerung wird durch eine Vielzahl kleiner Schöpfwerke (Pumpstationen) realisiert.
Während der Deichfahrt kommt der Fahrradwanderer durch eine dünn besiedelte Randregion, in der sich die Einwohnerzahl dem Wert von nur 40 Personen pro Quadratkilometer nähert. Die wirtschaftliche Entwicklung stagniert oder ist rückläufig, obwohl der fruchtbare Boden eine leistungsfähige landwirtschaftliche Produktion mit sich anschließendem Verarbeitungsgewerbe möglich machen würde. Der Raum Genschmar-Bleyen, auf halber Strecke zwischen Lebus und Hohenwutzen, hielt Mitte 2003 den Arbeitslosenrekord der Bundesrepublik mit 60 Prozent.
In Kienitz-Dorf steht in Dorfmitte ein Panzer des Typs T 34. Er erinnert an den ersten Brückenkopf der Roten Armee im Frühjahr 1945.
Anfahrt: Stündlich mit der RB 26 von Berlin-Lichtenberg nach Küstrin-Kietz/Kostrzyn.
Weiterführende Literatur für Ziele im Oderbruch: Carmen Winter: Das Oderbruch – Liebe auf den zweiten Blick. Ein kulturhistorischer und touristischer Reiseführer. Findling-Verlag, ISBN 3-933603-27-7, 9,50 €
Auf dem Weg von Berlin nach Kuestrin immer der Bundesstrasse1/5 Richtung deutsch-polnischen Grenze entlang, kommt man direkt in den Ort Muencheberg hinein, vorausgesetzt man missachtet die Ortsumgehung. Die Stadt selbst hat weder eine regionale noch ueberregionale Bedeutung, wie so viele Kleinstaedte der ehemaligen Mark Brandenburg.
Im Jahre 1225 schenkte Herzog Heinrich von Schlesien den Orden der Zisterzienser und Templer Land in der Region. Diese Schenkung hatte vielleicht auch religiöse Gründe. Ganz vordergründig wird es aber dem Herzog darum gegangen sein, das Land zu besiedeln und dann Steuern eintreiben zu können. 1232 wurde Müncheberg erstmalig urkundlich erwähnt: Eine Ansiedlung von Mönchen, Siedlern und Kolonisten auf einer sandigen Erhebung, umgeben von Wasserflächen und Feuchtgebieten. Ab 1319 entstanden Stadtmauer, Tore, Türme und Wälle, die in teilweise gut erhaltenen Resten noch heute vorhanden sind. Die erste Erwähnung jüdischer Bürger datiert aus dem Jahre 1353. Nach einer Vielzahl von Vertreibungen und Ansiedlungsverboten beginnt ab 1735 zunächst der temporäre und dann der ständige Aufenthalt jüdischer Bürger in Müncheberg. Es waren „Schutzjuden“, die besondere Abgaben zahlen mussten.
1840 schlossen sich die Juden aus Müncheberg, Buckow, Neu-Hardenberg, Neu-Trebbin, Gusow und Platkow zu einer Gemeinde zusammen. 1857 erreichte die Zahl jüdischer Einwohner Münchebergs ihren Höhepunkt mit 82 Personen, bis 1930 sank dann die Zahl auf 34. Im Jahre 1854 erfolgte die Bestätigung des Müncheberger Synagogen-Status durch die Behörden. Neben der Entwicklung des Schulwesens und des Friedhofs kamen nun Gottesdienste an wechselnden Standorten hinzu. 1856 konnte in der Hinterstraße 155 die neue Synagoge eingeweiht werden. Sie fiel dem Pogrom in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 (Reichskristallnacht genannt) zum Opfer. Die 1995 errichtete Gedenkplatte in der Rathausstraße gegenüber der Stadtverwaltung ist vorläufig aufgestellt und steht noch nicht am richtigen Platz.
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Gedenkstein für die zerstörte Synagoge auf dem Marktplatz
Aus den alten Straßennamen lässt sich ableiten, dass es vermutlich kein jüdisch dominiertes Siedlungsgebiet gab, z.B. eine „Judengasse“. Die Französische Straße dagegen bezieht sich auf die Ansiedlung von Hugenotten.
Der einzig heute sichtbare Beleg für Müncheberger Bürger jüdischen Glaubens ist der Friedhof.
Er enthält etwa 60 Grabsteine, die zwischen 1763 und 1932 aufgestellt wurden. Isaac Mann und Elias Hirsch kauften das Grundstück 1756.
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Die ältesten Grabsteine: Elias Hirsch (1763), Feigele Elias Hirsch (1767) und Reisel Seew (1775), links vom Haupttor, Osten
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Gräber zwischen 1800 und 1845, links vom Hauptor Richtung Osten
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Gräber zwischen 1846 und 1902 rechts vom Haupttor Richtung Westen
Der Friedhof hat den Nationalsozialismus relativ gut überstanden. Deutliche Schäden entstanden erst gegen Ende des 2. Weltkriegs. Ab 1988 wurde begonnen, die Anlage wieder in einen würdevollen Zustand zu bringen. Für 1992 ist eine Schändung nachgewiesen, die 1994 zu einer Verurteilung wegen „gemeinschaftlicher Volksverhetzung in Tateinheit mit Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und gemeinschaftlicher Sachbeschädigung“ führte.
Anfahrt zum Friedhof: In Müncheberg die Bundesstraße 5 nach Frankfurt (Oder), in die Tempelberger Straße einbiegen und in den Eggersdorfer Weg, auf der linken Seite.
Weitere Informationen in: Illing, R. (1995): Die Juden der Stadt Müncheberg. Magisterarbeit, Freie Universität Berlin, 254 S.
Müncheberg liegt an den Bundestrassen 1/5 in Richtung Frankfurt (Oder) etwa 50 km vom Zentrum Berlins entfernt. Die Regionalbahn in Richtung Osten fährt jede Stunde von Lichtenberg aus. Vom Bahnhof Müncheberg dann eine Busverbindung in die Stadt. Diese verkehrt jedoch sehr unregelmäßig und es bedarf geduldiger Wartezeit.
Im Ort ist das Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung (ZALF) der größte Arbeitgeber. In der Nähe lädt der Naturpark Märkische Schweiz zu einem Besuch ein.
Beim Oderhochwasser von 1997 stand das Oderbruch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Wegen drohender Deichbrüche waren 20 000 Einwohner und eine intensive Landwirtschaft hochgradig gefährdet. 4 500 Bewohner und fast alle Nutztiere wurden damals vorsorglich evakuiert.
Das Bruch stellt heute den größten Flusspolder der Bundesrepublik Deutschland dar und entstand durch wasserbauliche und meliorative Arbeit vieler Jahrhunderte. Es ist 80 km lang, 4 bis 16 km breit und nimmt eine Fläche von etwa 80 000 ha ein. Die Höhe über dem Meeresspiegel der Ostsee beträgt im Süden 12 m, im Norden nur noch 2,3 m. Der Höhenabfall von Ost nach West erreicht 3 bis 4 m.
Wegen dieses Höhenabfalls floss die Oder ursprünglich am Westrand des Bruchs, in der Tiefenlinie entlang der Lebuser bzw. Barnimer Platte. Mit Deichbauten im Laufe mehrerer Jahrhunderte wurde die Oder schrittweise an den Ostrand des Bruchs verlegt. Der Mittelwasserspiegel der Oder liegt heute über dem Niveau der Niederung. Daher die Hochwassergefährdung der Region. 1947 stand das gesamte Oderbruch nach einem Deichbruch zwischen Reitwein und Küstrin-Kietz unter Wasser. Die verschiedenen Zeiträume der Entwässerung und die geringe Höhe über dem Meeresspiegel führten zu unterschiedlicher Nutzung: im Süden mehr Ackerland, im Norden dagegen überwiegend Grünland.
Die letzte große wasserbauliche Maßnahme fand zwischen 1747 und 1753 unter dem Preußenkönig Friedrich II. statt Er ließ einen Kanal von Güstebiese (heute Gozdowice) nach Hohensaaten bauen. Dort fließt heute die Stromoder. Die Alte Oder floss über Wriezen und Bad Freienwalde. Am 2. Juli 1753 um 11.00 Uhr konnte nach 6 Jahren Bauzeit der Neue Oderkanal freigegeben werden. Der 250. Wiederkehr des Ereignisses wurde mit dem im Bild dargestellten Stein auf dem Deich bei Güstebieser Loose gedacht.
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Der König gab seinerzeit für die Melioration des nördlichen Oderbruchs 600 000 Taler aus. Auf dem Land siedelte er Kolonisten aus ganz Europa an, zunächst als Anreiz von Abgaben und Diensten befreit, später natürlich Steuerzahler und Soldaten. (Nach der Bruchmelioration führte der König den Siebenjährigen Krieg: Kosten 139 Millionen Taler, 180 000 tote Soldaten und 220 000 tote Zivilsten.)
Auf den nach 1997 sanierten oder neu gebauten Deichen sind gute Radwege entstanden. Die bereits erwähnte unterschiedliche Verteilung von Ackerland und Grünland lässt sich von dort aus gut erkennen. Reichen im Süden und im Zentrum des Bruchs meist Ackerflächen an den Deich heran, so nimmt nach Norden der Grünlandanteil zu. Die dort notwendige intensive Entwässerung wird durch eine Vielzahl kleiner Schöpfwerke (Pumpstationen) realisiert.
Während der Deichfahrt kommt der Fahrradwanderer durch eine dünn besiedelte Randregion, in der sich die Einwohnerzahl dem Wert von nur 40 Personen pro Quadratkilometer nähert. Die wirtschaftliche Entwicklung stagniert oder ist rückläufig, obwohl der fruchtbare Boden eine leistungsfähige landwirtschaftliche Produktion mit sich anschließendem Verarbeitungsgewerbe möglich machen würde. Der Raum Genschmar-Bleyen, auf halber Strecke zwischen Lebus und Hohenwutzen, hielt Mitte 2003 den Arbeitslosenrekord der Bundesrepublik mit 60 Prozent.
In Kienitz-Dorf steht in Dorfmitte ein Panzer des Typs T 34. Er erinnert an den ersten Brückenkopf der Roten Armee im Frühjahr 1945.
Anfahrt: Stündlich mit der RB 26 von Berlin-Lichtenberg nach Küstrin-Kietz/Kostrzyn.
Weiterführende Literatur für Ziele im Oderbruch: Carmen Winter: Das Oderbruch – Liebe auf den zweiten Blick. Ein kulturhistorischer und touristischer Reiseführer. Findling-Verlag, ISBN 3-933603-27-7, 9,50 €
1847 wurde die jüdische Gemeinde Letschin/Groß Neuendorf gegründet. 1865 begann der Bau der Synagoge in Groß Neuendorf. Sie kam als Anbau an das Wohnhaus für die Arbeiter der Firma Sperling. Türen und Fenster erhielten Spitzbögen. 1882 hatte die Gemeinde 14 Mitglieder. 1895 erfolgte die Vereinigung der Gemeinde mit dem Seelower Synagogenbezirk. 1910 fand in Groß Neuendorf der letzte Gottesdienst statt.
Die Synagoge überstand die Nazizeit.
Nach 1945 entstand aus der leerstehenden Synagoge ein Wohnhaus. Der Synagogenbau ist im Hof des Hauses Straße der Freundschaft Nr. 32, Richtung Ortwig, noch gut erhalten. Zur Zeit schlecht zugänglich, weil der Bewohner den Zugang als Baustelle erklärt hat.
Der Friedhof der jüdischen Gemeinde, etwa in nördlicher Richtung gelegen, wurde 1992/94 restauriert. Der Weg dorthin ist ab der Kirche ausgeschildert. Früher hatte Groß Neuendorf einen bedeutenden Hafen an der Oder, der von 1911 bis 1970 von der Oderbruchbahn bedient wurde. Die Bahn ist inzwischen stillgelegt worden.
Im Ort befindet sich die „Galerie im Oderbruch“ mit vielfältigem Programm, z.B. Fotografie oder Kochkunst. Geöffnet Sonntag 14.00 bis 18.00. Telefon 033478-4541 oder www.kochundkunst.de.
Sehr zu empfehlen ist das Radwandern auf dem sanierten Oderdeich. Besonders schön ist z.B. der Abschnitt zwischen Kienitz und Groß Neuendorf. Fahrradausleihe im Ort oder Telefon 033456-71249 bzw. www.odertour-radreisen.de oder info@odertour-radreisen.de.
In Kienitz und Groß Neuendorf gibt es viele Übernachtungsmöglichkeiten. Gutes Essen wird im Landfrauenrestaurant Groß Neuendorf geboten.
Die Seelower Höhen heißt das Gebiet, auf dem die letzte große Schlacht zwischen der Roten Armee und der Wehrmacht ab dem 16.April 1945 , bevor Berlin eingenommen wurde, stattfand.
Heute gibt es dort eine Gedenkstätte mit Museum, welche aus einem sowjetisch Soldaten Friedhof, einer überlebensgroßen Bronzefigur eines Rotarmisten, ausgestellten Militärfahrzeugen (Artillerie, Panzer) und einem Museumsraum besteht.
Der Soldatenfriedhof ist auf der Anhöhe gelegen, von der es möglich ist, einen großen Teil des Schlachtfeldes einzusehnen. Mittlerweile ist dies Ackerland, in dem noch immer Rückstände des Krieges zu finden sind.
Das Museum ist äußerlich in dem Stil eines Bunkers angelegt und wurde 1972 gegründet.
Es erhebt an sich den Anspruch, laut einer Museumsführung, bzw. einer Ergänzung nach der „Wende“ im DDR-Museumsbegleitheft, ein Antikriegsmuseum zu sein und „das Leiden der Menschen in Uniform und Zivil (...) zu erinnern.“ (aus dem aktuellen Museeumsbegleitheft S. 47). Nach einer Besichtigung des Museums sind wir allerdings anderer Ansicht, denn es wird ausschließlich der Verlauf der Schlacht von 1945 dargestellt, mensch kann die Uniformen der Sowjetsoldaten und Landser vergleichen und wir erfahren, dass "Ostpreußen verloren gegangen" ist, aber die deutliche Aufforderung Krieg zu verhindern war nicht zu finden. Ebenso wurde nicht deutlich, an welchen Punkten an das zivile Leid erinnert wird. Im Eingangsbereich der Gedenkstätte befindet sich zwar eine Wand mit zusammen gewürfelten Kriegsbildern auf denen auch nicht uniformierte Personen zu sehen sind. Allerdings ist es fragwürdig, ob die Abbildung von "kleinem Kind mit Katze im Trümmergebiet" die Zivilbevölkerung verkörpert.
Die Gedenkstätte möchte einen Beitrag zur Aussöhnung der Nationen leisten, damit eine gemeinsame Zukunft möglich ist. Mit einer Tafel in der Ausstellung wird das Gedenken der Opfer auf russischer und deutscher Seite gleichwertig gegenüber gestellt. Ob das der richtige Weg ist bleibt fraglich.
Wer sich diese Gedenkstätte zu Gemüte führen möchte, sollte sich innerlich nicht auf ein Antikriegsmuseum einstellen, sondern ausschließlich ein ausgeprägtes Interesse für militärische historische Einzelheiten besitzen.
Folgt man der Bundesstraße 1 aus der kleinen Stadt Seelow hinaus Richtung der deutsch- polnischen Grenze, so bekommt man kurz vor dem Ortsausgangsschild auf der rechten Seite einige sowjetische Militärfahrzeuge und Artilleriegeschütze zu sehen.
Sie sind Teil einer seit dem 27. November 1945 bestehenden Gedenkstätte, die auf sowjetischer Initiative hin errichtet wurde, um der mehr als 33.000 Soldaten der Roten Armee und den ca. 5000 Soldaten der 1. Polnischen Armee zu gedenken. Vom 16.April 1945 an begannen die beiden Armeen die letzte militärische Verteidigungslinie des faschistischen Deutschlands zu zerschlagen.
Drei Ehrenmale des sowjetischen Künstlers Lew Kerbel kennzeichnen den Weg der 1. Belorussischen Front nach Berlin, eines in der heutigen Grenzstadt Küstrin, ein weiteres in Seelow und das Dritte im Berliner Tiergarten. Das Seelower Ehrenmal ist auf einem ehemaligen Ausflugsberg errichtet und von einem sowjetischen Soldatenfriedhof umgeben. Von hier aus lassen sich noch heute Stellungsreste und das damalige Kampffeld überblicken.
Ergänzt wurde die Freiluftausstellung 1972 durch ein kleines Museum, welches bis heute existiert.
Aus Anlass des 40. Jahrestages der Befreiung vom Hitlerfaschismus wurde es 1985 erweitert, umgebaut und mit zahlreichen Objekten ergänzt.
In der DDR repräsentierten das Ehrenmal und die Gedenkstätte das antifaschistische Selbstverständnis. Sie wurden in eher propagandistischer Absicht genutzt, um Vereidigungen von Soldaten der NVA (Nationale Volksarmee), Jugendweiheveranstaltungen sowie die feierliche Aufnahme von Mitgliedern der Pionier-, FDJ- oder Parteiorganisationen zu vollziehen.
Das Museum heute versteht sich als ein Antikriegsmuseum. Die jetzige Ausstellung wurde im Jahre 2000 überarbeitet und entfernte Ausstellungsinszenierungen der DDR- Geschichtsschreibung.
Gleichzeitig wird nun den ca.12.000 deutschen Soldaten- und Volksturmgefallenen ein den sowjetischen und polnischen Gefallenen gleichwertiger Platz eingeräumt.
In der Ausstellungslogik werden neben den alliierten Soldaten, ebenso die Soldaten der Wehrmacht, der SS und des deutschen Volkssturms zu Opfern des Krieges gemacht.
Allerdings sucht man, in dem vom Landkreis Märkisch - Oderland betriebenen Museum, vergeblich eine Würdigung deutscher Deserteure. Diese wurden von Standgerichten der Wehrmacht auf Befehl der jeweiligen Regimentskommandeure zu Tode verurteilt oder von SS - Hinrichtungskommandos erschossen, weil sie sich dem sinnlosen „Endkampf“ zu entziehen versuchten.
Neben den Ausstellungsobjekten ist es auf Anfrage fast jederzeit möglich, in einem kleinen Kinosaal militärhistorische Filme über die Schlacht um die Seelower Höhen und die Berliner Operation anzuschauen. An der Museumskasse sind darüber hinaus Ausstellungsbroschüren, sowohl der DDR- Ausstellung als auch der Neubearbeitung erwerbbar.
Am Ehrenmal und den sowjetischen Soldatengräbern können zu jeder Tages- und Jahreszeit Blumen niedergelegt werden.
Zwischen Wulkow und Neuhardenberg, Kreis Märkisch-Oderland, steht kurz hinter dem Ortsausgangsschild auf der linken Seite ein Gedenkstein.Vom 2.3.1944 bis zum 3.2.1945 gab es dort ein Außenlager für jüdische Häftlinge aus dem KZ Theresienstadt. 60% kamen aus Böhmen und Mähren, 60% aus Deutschland. Maximal sind 260 Häftlinge nachgewiesen. Es war ein Baulager, das vermutlich den Bau eines unterirdischen Bunkers vorbereiten sollte. Das Lager befand sich beiderseits der Straße Wulkow-Neuhardenberg im Kiefernwald. Es sind keine Exekutionen bekannt geworden.
Auch an der Straße von Hermersdorf nach Wulkow steht an der rechten Seite ein Gedenkstein, der an dieses Lager erinnert.
Die nächste Bahnstation ist Trebnitz an der Regionalbahn von Berlin-Lichtenberg nach Küstrin-Kietz-Kostrzyn. Die Züge fahren alle 2 Stunden.
Umgebung:
Neuhardenberg wurde nach dem Staatskanzler Fürst von Hardenberg benannt, der Anfang des 19. Jahrhunderts die Stein-Hardenbergschen Reformen in Preußen einleitete. Er ließ sich vom Baumeister Schinkel Kirche, Ortslage und Schloss gestalten. Das klassizistische Schloss entstand 1820 bis 1822. 1944 war der damalige Besitzer, Graf C. H. von Hardenberg, an der Vorbereitung des Attentatsversuches gegen Hitler vom 20. Juli 1944 beteiligt. Er wurde verhaftet, enteignet und kam in das KZ Sachsenhausen. Die Bodenreform enteignete ihn erneut und der Ort erhielt am 1. Mai 1949 den Namen Marxwalde. Die Karl-Marx-Büste steht noch heute am nördlichen Ende des Dorfangers.
Am 1.1.1991 wurde der Ort in Neuhardenberg rückbenannt. Weil die Familie schon von Hitler enteignet worden und damit die Bodenreform nicht relevant war, erhielt die Familie den im Staatseigentum befindlichen, also nicht durch die Bodenreform aufgeteilten Besitz, von der Treuhand zurück. Dazu gehörten Schloss und Park, die an den Deutschen Sparkassen- und Giroverband verkauft wurden. Es entstand die Stiftung Schloss Neuhardenberg, die im Sommer u.a. ein anspruchsvolles, international ausgerichtetes Kulturprogramm anbietet. Für einige Veranstaltungen wird von und nach Berlin eine Busverbindung aungeboten: http://www.schlossneuhardenberg.de.
In Altfriedland kann man baden, die Reste eines Zisterzienserinnenklosters von 1250 besuchen und Fisch kaufen. Die Busausflugslinie Märkische Schweiz Nr. 930 ab Bahnhof Müncheberg lässt sich zur Anfahrt nutzen: http://www.punkt3.de
Städte und Gemeinden:
Oranienburg (Kreisstadt), Fürstenberg, Hennigsdorf
Städte und Gemeinden:
Senftenberg (Kreisstadt), Calau, Lauchhammer, Lübbenau, Vetschau
… und nicht nur in Bad Freienwalde ist Wintersport angesagt, nein, nun kann mensch auch im allertiefsten Süden Brandenburgs, der sogenannten Niederlausitz, Schnee- und Winterfreuden genieszen, und dies das ganze Jahr über - yippie. Im März 2003 eröffnete in Senftenberg die erste Indoor Skipiste Ostdeutschlands – „SNOWTROPOLIS“
Gleich neben dem Tiroler Stadl mit Bowlingbahn, Eislaufhalle (im Winter) und Tennishalle (im Sommer) hat mensch nun die Möglichkeit auf einer 300 m langen Piste mit 22-25% Gefälle dem Ski- und Snowboard- Vergnügen zu frönen.
Täglich von 10 – 24 Uhr hat das Wintersportparadies geöffnet.
Und gleich am Eingang darf mensch tief in die Tasche greifen, denn für die Skipasspreise (da fühlt mensch sich doch gleich wie in Tirol...) ist einiges an Scheinen hinzublättern.
Skipasspreise (Wochenende, 2 h, Erwachsene: 16 €; Kinder: 12 €; 8 h Familienticket: 59 €)
Bei allen Karten zusätzlich 6 € Pfand und sie sind nur am Tag des Erwerbs gültig.
Wer noch keine Skiausrüstung hat… kein Problem - diese kann ausgeliehen oder (mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche) gleich käuflich erworben werden. Wer unentschlossen ist, ob Skisport wirklich die richtige Sportart ist, der begibt sich zum Verleih und musz - wie kann es anders ein – erst einmal löhnen. (Ski+Stöcke+Schuhe bzw. Snowboard+Boots, Erwachsene: 8,-€)
...und was es im Verleih für tolle Angebote gibt: Ski unbd Snowboards in hochwertiger Materialqualität und auch noch mit passenden Schuhen. Die Bretter sind „made in Austria“, mit freestyle-Bindungen...alles in allem klingt dasz nach ganz schöner Angeberei.
So, nun, nachdem die Ausrüstung angelegt ist kann es losgehen. Auf den Lift geschwungen und die Piste runtergesaust…und wer noch nicht so geübt ist, dem/der kann auch weitergeholfen werden. Wo so ein richtiges Snowtropolis ist, da kann mensch natürlich auch professionellen Unterricht erwarten und sogar noch wählen: Einzel- und Gruppenkurse werden angeboten.
Nachdem mensch sich nun eine Stunde lang den Hang hoch und wieder herunterbewegt hat, und ein Päuschen braucht, der/die ist natürlich hier in der gastfreundlichen Niederlausitz am allerbesten aufgehoben. Die persönlich Apré-Ski-Party sollte in dem betriebseigenen Café und der Bar stattfinden, wo Kaffee und Cocktails (und sicherlich auch das eine oder andere Weißbier) angeboten werden. Und um auch noch etwas fürs ego zu bieten, hat mensch in der Lokalität, per Panoramablick auf die Piste, die Möglichkeit, sich die anderen Wintersportler zu Gemüte zu führen und vielleicht stellt sich ja jemand noch brasslicher an, als mensch selbst. Aber mit ein biszchen Übung kann ein/e Jede/r zur Abfahrtsolympiade zugelassen werden. Und wenn dann noch die Trainingsmöglichkeiten vor der Haustür quasi zu finden sind… ich meine bei einer Arbeitslosenquote von 25% in Senftenberg (natürlich versucht die Stadt mit Tourismus die Infrastruktur in Schwung zu bringen, doch der sichtbare Erfolg läszt wohl noch auf sich warten...) hat mensch wahrscheinlich eh nicht viel anderes zu tun und Sport an der frischen Luft soll ja gesund sein. Und lohnen tut es sich wahrscheinlich auch. Immerhin wird das Ding von Skiverbänden aus Brandenburg und Sachsen genutzt, und von Normalos als kleines Schneevergnügen zwischen Winterurlauben und zur Übung... (*kopfschüttel*)
ski heil – und wann kommt die Rodelbahn???
Städte und Gemeinden:
Beeskow (Kreisstadt), Eisenhüttenstadt, Fürstenwalde
Im Raum Eisenhüttenstadt befindet sich die Zentrale Ausländerbehörde des Landes Brandenburg mit entsprechenden Unterkünften.
Museen und Informationen
Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR
Erich-Weinert-Allee 3, Telefon 03364-417355
Museum der Stadt im Ortsteil Fürstenberg (Oder)
Löwenstraße 4, Telefon 03364-2146
Feuerwehrmuseum im Ortsteil Fürstenberg (Oder)
Heinrich-Pritzsche-Straße 26, Telefon 03364-28243
Fremdenverkehrsverband Oder-Neiße-Region
Lindenallee 2a, 15890 Eisenhüttenstadt
Telefon 03364-413690, Fax 03364-413697
E-Mail info@fvv-oder-neisse.de, www.fvv-oder-neisse.de
Fürstenberg (Oder)
Gegründet im 13. Jahrhundert. Der mittelalterliche Stadtgrundriss ist noch gut erkennbar. Reiche Reeder und andere Bürger haben sich u.a. schöne Jugendstilvillen bauen lassen, z.B. das Haus Löwenstraße 4, heute Museum. Das Korbmacherhandwerk auf der Grundlage der eingeführten und gut wachsenden Amerikanischen Korbweide war verbreitet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestand eine starke wirtschaftliche Bindung an das nahe gelegene Kloster Neuzelle. Als günstige Verkehrsverbindung kam 1891 der Oder-Spree-Kanal hinzu.
Kloster Neuzelle
Als Zisterzienser-Kloster 1268 gegründet. Aufhebung des Klosters erst 1817 nach dem erzwungenen Abtritt der Niederlausitz von Sachsen an Preußen. (Im Kampf gegen Napoleon waren die Preußen auf der siegreichen Seite.) Wegen der langen Bindung der Region an die Königreiche von Böhmen und Sachsen entwickelte sich eine barocke Umgestaltung der ganzen Anlage. Museumsbesuch und Klosterführungen über: Tourismus-Information, Stiftsplatz 7, 15898 Neuzelle, Telefon 033652-6102; Kirche Telefon 033652-282. Viele Gaststätten. Klosterbrauerei mit Führung und Verkostung: Klosterbrauerei Neuzelle GmbH, Brauhausplatz 1, Telefon 033652-8100.
Mündung der Neiße in die Oder bei Ratzdorf. Ziltendorfer Niederung, die nach dem Bruch des Oderdeichs 1997 völlig unter Wasser stand.
Naturpark Schlaubetal
227 km2 zwischen Müllrose im Norden und dem Braunkohlengebiet von Jänschwalde im Süden. Der Forst früher weitgehend im Eigentum des Klosters Neuzelle. Schöne Wanderwege mit ausreichender Bewirtung. Naturparkverwaltung: 15898 Treppeln, Telefon 033673-422. Bauermuseum Möbiskruge und Schäfereimuseum Pohlitz.
Beeskow
Stadtrecht seit 1285, gut erhaltene Stadtmauer, mittelalterlicher Stadtgrundriss. Die Stadtkirche St. Marien erhielt vor kurzem ein neues Dach, eine bemerkenswerte Leistung von Zimmerleuten und Dachdeckern. Die Burg auf der Spreeinsel beherbergt u.a. das Dokumentationszentrum Kunst der DDR: Frankfurter Straße 23A, 15848 Beeskow, Telefon 03366-20579.
Städte und Gemeinden:
Neuruppin (Kreisstadt), Kyritz, Wittstock, Neustadt (Dosse), Rheinsberg
Anfahrt:
Neuruppin (Nrp.) erreicht mensch zum Beispiel über die A24 (Richtung Hamburg), von Berlin dauert das etwa eine Stunde. Wer kein Auto besitzt und auch nicht gerne trempt oder die Mitfahrzentrale benutzt, kann auch einfach den Bahnverkehr nutzen.
In Berlin ist es derzeit (Februar 2005) möglich von Charlottenburg, Spandau oder Henningsdorf per Bahn direkt nach Neuruppin zu fahren. Aus dem Norden ist es auch möglich über Neustadt/Dosse anreisen.
EinwohnerInnen
gibt es in Nrp. plus Gemeinden ringsherum etwa 32.000 (Menschen). Auf der Internetseite der Stadt Neuruppin wird für das Jahr 2004 im Gegensatz zu 2003, eine etwas geringerer Geburtenrate verzeichet. Allerdings stellen sie dort gleichzeitig fest, dass die Zuwanderungszahlen höher sind als die der Abwandernden. Eine Studie zur demographischen Entwicklung im Land Brandenburg (BB) vom Landesumweltamt BB, vorgestellt in einem Referat über Raumbeobachtung, hat besagt allerdings, dass sich auch Nrp.`s Bevölkerungszahlen negativ entwickeln werden.
Das Motto
der brandenburgischen Kleinstadt ist "Fontanestadt". Diesen Zusatztitel erhielt Nrp. im Jahr 1998, im sogenannten Fontane-Jahr in dem sich sein Todestag das 100ste Mal jährt, denn der bekannte brandenburger Schriftsteller wurde in Neuruppin geboren. Gestorben ist er aber nicht in Neuruppin, sondern in Berlin!
Das „Meditaran“
in der Wichmannstraße (Nähe Stadtmitte) – selbstgemachte Falafel, relativ gutes Angebot für VegitarierInnen, es sitzt sich dort nicht so schön, bezahlbar
Der „Dürum Döner“
in der Karl-Marx-Starße (liegt auf dem Weg vom Bahnhof Rheinsbergertor in die Stadtmitte) - gute Pizza und sogar Ayran, Döner kostet ca. 2€
Der Grieche
in der Bilderbogenpassage (sozusagen Stadtmitte) – viel Ouzo zum Essen und Feta in jeglichen Varianten, fleischlos sind eigentlich nur Vor- und Nachspeisen, Montags zu, Preise einer Gaststätte entsprechend
Das „Café & Art“
(Stadtmitte) - sehr guter Kaffee, Kunst aus der Gegend und es sitzt sich dort sehr nett mit „Leute auf der Straße beobachten“, kein Klo und kein Essen, allerdings sind die Preise stark gestiegen
Das „Schröders“
(am Eingang der Bilderbogenpassage) – hat auch guten Kaffee und man kann im Sommer draußen sitzen, es gibt ein bisschen Salate und so, der Milchkaffee kostet ca. 2€
In der Eisdiele
am Busbahnhof - kann man sich aussuchen, was in das Milch- oder Joghurteis für Früchte oder anderes wie Schoki, Knoblauch etc. gemischt werden sollen, es gibt zusätzlich auch Créps und Milchshake, Preisleistungsverhältnis sehr gut (mittlerweile tut sich das zusammen mit einem „Döner macht schöner“-Stand)
Das „Coffee Inn“
liegt bei der neuen Sparkasse – es muss am Thresen bestellt werden, wird aber zum Tisch gebracht, viele Kaffee und Tee Angebote, auch ein wenig zu beißen, mit Klo und Bücher Verkauf, öfter mal verraucht, wenige Sitzgelegenheiten Draußen vorhanden. Ab und zu Livemusik und Lesungen. mittlere Preisklasse
Es gibt natürlich noch mehr Orte an denen mensch in Neuruppin was essen kann, aber alle aufzuzählen wäre sinnlos.
MittenDrin
(Schinkelstraße 15a) – alternatives Jugendzentrum mit verschiedenen Veranstaltungsangeboten, eigentlich jeden Abend Kneipe, Fahrrad-, Siebdruckwerkstatt + wohnen, Preiswert LINK: www.jwp-mittendrin.de
JG
(Rudolf-Breitscheidstraße 38) - Junge Gemeinde, Meditationsgruppe, Trommelgruppe etc., jeden Donnerstag Kino im kleinen Kreis (Eintritt frei) sowie jeden zweiten Samstag Veranstaltungen ab 20 Uhr, aber um 1.00 Uhr ist Feierabend, Eintritt und Bier Preiswert LINK: www.cafehinterhof.de
JFZ
(Fehrbelliner Straße …) – JugendFreizeitZentrum: Nachmittags Basteln und Internetcafé, Abends: Kneipe oder auch Kino, am Wochenende: Disko oder Konzerte LINK: www.jfz.de
Skaterpark
(Nähe Krankenhaus) – so´nen par Rampen halt, davon hab ich keine Ahnung – schreibt doch mal selber was über euern Park
Stadtgarten
(liegt beim Bahnhof Rheinsberger-Tor) – von Abibällen bis Rumtata alles dabei und leider oft sehr teuer
Klein und fein präsentiert sich der Ort inmitten schönster Wald- und Seenlandschaft. Trotz seiner nur knapp 5000 EinwohnerInnen schafft es das Städtchen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu sein. Oder kennen Sie Rheinsberg etwa nicht...? weiterlesen
von Ruth und Franziska
Die Fahrt von Rheinsberg über Fürstenberg, Lychen, Templin, Joachimsthal & Angermünde nach Schwedt ist langwierig, aber sie birgt einiges in sich. Im Frühling kann mensch die grünen Alleen, Mischwälder und Rapsfelder bewundern, die einem auf der Fahrt links und rechts von der Strasse
begleiten.
Auch ist der „Charme“ des Ostens ist nicht zu übersehen. Beim Durchqueren der Örtchen fällt auf, dass denen in den letzten 15 – 20 Jahren hauptsächlich eine Veränderung wiederfahren ist: Die Verbreiterung der Fahrbahn. Vielleicht, um den jeweiligen Ort schneller wieder aus dem
Rückfenster sehen zu können oder um den Anblick bei einer Durchreise nicht all zu lang ertragen zu müssen. Es kann sich aber auch um ein Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Automobilindustrie handeln, denn die Unfallraten in Brandenburg sind ja bekanntlich sehr hoch.
Die Autostrecke von Rheinsberg nach Schwedt vermittelt einen insgesamt umfangreichen Eindruck vom Bundesland Brandenburg.
Von Tourismus-Hochgebieten wie Rheinsberg, dessen Schloss Tucholksky ein Büchlein widmete, über Wälder wie Fontane sie beschreibt, zu historischen „Denkmälern“, die nicht als solche gekennzeichnet sind, dennoch die Spuren des vergangenen Jahrhunderts deutlich aufzeigen.
Nicht zu vergessen zu erwähnen wäre vor allem auch der Menschenschlag in dieser Gegend. Der ist vor allem unterschiedlich und nicht unter einen Hut zu kriegen. Die einen sind vor langer Zeit gegangen und kommen auf Besuch am Wochenende, andere kehren aus den alten Bundesländern zurück und nehmen
nach alter feudaler Familiengeschichte und Familientradition das bäuerliche Lebens wieder auf (siehe Film „Uckemark“ von Volker Koepp). Es bleiben die Alten, es bleiben zu einem größeren Teil Männer. Mufflig, gelangweilt, traditionell und maulfaul mit eigenem Uckermark – Dialekt. Es bleiben
auch ein verbreiteter Rechtsextremismus und Rassismus.
Trotz dieser Trostlosigkeit finden sich hier und da,in Neuruppin, Schwedt, Angermünde und Rheinsberg engagierte Jugendinitiativen und linke Kulturprojekte. Viele der Jugendlichen bleiben bis zum Abitur und bereichern durch ihr jahrelanges Engagement gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus für eine selbstbestimmte emanzipatorische Jugendkultur die Gemeinden ungemein.
Als eine kleine Reisegruppe zusammen mit dem expertbase - Bus haben wir uns im Juni 2004 für ein Wochenende in Rheinsberg einquatiert und wollen hier darüber
berichten.
Preiswertes Essen ist in Rheinsberg nicht zu finden, alles ist eher auf den bürgerlichen Mittelstand ausgerichtet.
In den Restaurants ist eine eichengetäfelte Innenaussattung vorherrschend. Aber glücklicherweise gibt es im Sommer fast überall Draußensitzplätze.
Auffällig ist, dass scheinbar keine Kneipe im Ort das rheinsberger Kronprinzenpils verkauft; so schlecht ist es ja nun auch nicht. Das kann ja nix werden mit dem Aufschwung Ost..
Tagsüber gibt es genug Eisdielen, der Ratskeller serviert auch um 22.00 noch warmes Essen.
Als Vegetarier sollte man sich zur Sicherheit ein Stullenpaket mitnehmen.
Fleischesser haben bezüglich der Auswahl keine Probleme. Ob „Fontanes Leibgericht“ oder „Wilddiebsteak“ , alle versuchen in einem historisch-touristentauglichen Kontext zu kochen.
Egal, Hauptsache es schmeckt.
Es gibt auch eine Asia-Imbissbude im Ort, nur 3 min vom Zentrum, die ist ganz ok.
Adresse: Beim Jachthafen
Kategorie: Cafe mit Außenterasse
Angebot: warme Snacks, Kuchen, Kaffee und Milchgetränke, Eis, vegetarische Snacks.
Lecker!
Warme Küche bis 21.00
Preise: mittelteuer, gerade noch bezahlbar
Service: freundliche Bedienung
Tucholsky Informationen zur Unterhaltung
Wir haben gut Kaffee mit Baileys getrunken, leckere Kuchen aus dem Tagesangebot.
Inneneinrichtung sehr amerikanisch, aber schöner Blick auf den Hafen, besonders von der Terasse.
(getestet von stine, ruth, knut - Juni 2004)
Wer teuer und bürgerlich essen will, sollte in den Ratskeller zu gehen.
Kategorie: Restaurant mit Galerie
Angebot: Bürgerliches Essen und Getränke, 4 vegetarische Gerichte (Kartoffelpuffer und Co.), Bier und viele Weine
Preise: Bier ab 3,20 €, Fleischgerichte um die 12 €
Wertung: vereinzelt lecker, Bedienung poppig bauchfrei, aber sehr zuvorkommend, Bier gut und frischgezapft
Gesamteindruck: gut, aber zu teuer.
Essen auch noch 22 Uhr bestellbar.
Ort: Eckrestaurant, zentral gelegen gegenüber dem Schloßeingang.
Irgendwie scheint es in Rheinsberg Pflicht zu sein, seine Kneipen innen mit Holz zu vertäfeln. Vielleicht kann man die Gemeindeordnung diesbezüglich noch mal verbessern.
Die erste Mittags-Station der Reiseführer Test-Crew war die Roofenklause.
Idyllisch gelegen im Wald hinter Menz, und auf Empfehlung des KKW- Führers.
Kann Essen das KKW Angestellte empfehlen gut sein? Hmm, na ja. Auf alle Fälle macht´s satt und so teuer war´s auch nicht.
Die Fleischfresser waren mit Hasenbraten und Wild recht zufrieden, bemängelten aber dass die Klöße aus dem Kochbeutel waren. Alle haben den Fisch sehr empfohlen, aber den haben wir nicht probiert.
Immerhin fanden sich vier vegetarische Gerichte auf der Karte, und auch unter den Vorspeisen waren auch ein zwei fleischlose Angebote.
Leider entpuppte sich die Gemüseplatte als aufgetautes Tiefkühlgemüse ohne Eigengeschmack. Aber die panierten Champignons waren lecker.
Preise: Fleischgerichte: zw. 8-12 €
vegetarisch: ab 4,60 €
Getränke: Kaffee/ Mineralwasser ab 1,30€
Für 93,80 sind 8 Leute gut satt geworden.
Besonders schön war ein Kaffeelöffel, wir erkannten ein Teil des klassischen Ost-Kinderbesteckes wieder. Den Suppenlöffel mit der Fliege auf dem Stiel.
Die Innenaustattung des Restaurants war stark durch Innenholztäfelung dominiert, aber bei schönem Wetter kann man draußen sitzen.
Anfahrt: In Menz Richtung Rheinsberg fahren, kurz vorm Ortsausgang nach rechts abfahren, zur Ferienhaussiedlung immer gerade aus zur Roofenklause. Parkplatz vorm Haus.
Mitte Juni 2004,
8.30 KKW Rheinsberg, Eingangstor.
Sechs Enthusiasten standen um 6.00 früh auf, um pünktlich eine Führung durchs KKW Rheinsberg zu beginnen.
Helmut Gruhle, Ingenieur des KKWs seit 1969, führt uns in die Geheimnisse des Druckwasserreaktors ein. Das KKW war eine gemeinsame Projektierung der DDR und der Sowjetunion.
Beginn der Bauzeit: 1957
Eingeweiht: 1966
Stillgelegt: 1990
70% der Technik stammten aus der DDR, 70 Megawatt Leistung,
zu DDR-Zeiten über 600 Beschäftigte, heute noch 200 Leute die mit dem Rückbau des Werkes beschäftigt sind.
Damit der größte Arbeitgeber der Region (ein Abrissunternehmen?!)
Und das noch bis 2011. Dann soll das KKW vollständig zurückgebaut sein.
Zwischenrechnung:
Projektierung und Aufbau: 9 Jahre
Laufzeit: 24 Jahre
Abriss: 17 Jahre
Rheinsberg war ein Lehr- und Versuchskraftwerk, mit „heißer Zelle“, laut Herrn Gruhle ungewöhnlich, aber nicht gefährlich. Hier wurde nie wirtschaftlich produziert. Mehrfach betont er die Sicherheit der DDR-Kraftwerke, ein Tschernobyl wäre niemals möglich gewesen, vor allem auch, weil das Rheinsberger Personal so extrem gut geschult war. Denn mit Kompetenz können Mängel ausgeglichen werden.
Dann stellen wir noch ein paar kompetente Fragen und gehen ins Kraftwerk.
Eine authentische Ost-Eingangshalle heißt uns willkommen. 70er Jahre Kachelstil.
Design Treppe. Dann beginnt der spannende Teil. Wir werden durch eine massive Gittertür gelassen, danach müssen Männer und Frauen getrennt in Umkleidekabinen.
„Sie müssen sich ausziehen“ „Wie?“ „ Na alles aus“ „??“
Wir bekommen formschöne Werksunterwäsche, orange Werkssocken, Overalls und weiße Hand- und Gummischuhe.
Durch eine Einpersonenschleuse geht’s ins wirklich Innere des Kraftwerkes.
Enge Gänge, Kabel und Rohre, hier kann niemand den Überblick haben. Herr Gruhle erläutert begeistert den Aufbau des Kraftwerkes und seine Besonderheiten gegenüber den neueren Modellen. Rheinsberg war das erste Kraftwerk, an allen späteren wurden die hier gewonnen Erkenntnisse umgesetzt. Das in Greifswald mit 4 Blöcken ging in den 70ern ans Netz und in 4 weitere waren im Bau oder in der Projektierung. In Stendal wurde an einem dritten Kraftwerk gebaut.
Das Rheinsberger Kraftwerk ist durchgehend in typischen Ostfarben gehalten, ein undefinierbares Grün und kantinengelb.
Dunkel und staubig. Wir gehen in den Reaktorraum. Da wird festgestellt, dass zwei Leute keine Dosimeter bekommen haben. Ratlosigkeit: „Da hätte der Strahlenschutz doch aufpassen müssen“ „Und nun?“ „Sie bleiben einfach dicht bei den anderen, dann können sie ja die Dosis wie bei den andern ablesen.“
Wir fühlen uns unwohl, aber weiter geht’s. Die Bedienung für die „Katze“ wird erläutert. Wir können von oben in den ehemaligen Reaktor sehen. Die letzten Brennstäbe wurden 2001 abtransportiert. Da waren wir auch dabei.
Herr Gruhle erklärt. Den Reaktor, die Dampftauscher, die Nadelrohre, erster und zweiter Kreislauf.
Beklemmend enge Gänge und dann stehen wir unterm Reaktor und dürfen ihn sogar anfassen. Nächste Woche kommt der Minister, und wir dürfen vorher rein. Der Rückbau wird auch bei oberster Stelle verfolgt. Wir sind versucht “Trittin ist doof“ an die Wand zu schreiben. Aber: wir mussten ja beim Eintritt alles abgeben. Schade.
Irgendwann sind wir aus den Tiefen des Werkes auch wieder oben. Um rauszukommen müssen wir nackt durch eine Kabine. „Näher an die Wand, umdrehen, 10,9,8 ... 3,2,1...nicht kontaminiert.“ Glück gehabt. Bei Kontamination muss man kalt duschen. Denn Unterschied zwischen Kontaminierung und Aktivierung hat Herr Gruhle eingehend erklärt. Die Unterwäsche dürfen wir nicht behalten.
Dann noch einen Rundgang ums Werk. Der Betriebsbahnhof wird nicht mehr gebraucht. Früher fuhren alle Arbeiter aus Rheinsberg mit dem Zug. Heute stehen die Autos von 200 Mitarbeitern auf dem Parkplatz vor dem Werk.
Die Zäune und Mauern wurden fast alle schon abgetragen. Aber man kann noch sehen, wo die Wache Streife lief.
Unser Rundgang ist zu Ende. 3 Stunden sind vorbei. Wir sind froh, dass dieses Monument fortschrittlicher DDR Technik fast verschwunden ist. Na ja, nicht alle von uns.
KKW Rheinsberg
Besichtigungen telefonisch erfrag- und buchbar unter: 033931-570, Herr Gruhle, Öffentlichkeitsarbeit
Offizielle Anschrift:
Energiewerke Nord GmbH
Betriebsteil Kernkraftwerk Rheinsberg
Am Nehmitzsee 1
16831 Rheinsberg
Ein kleiner Ausflug nach Rheinsberg sollte gut vorbereitet sein. Schnell fündig werden geht unter: www.brauerei-rheinsberg.de.
Unkompliziert ist es möglich mit dem Braumeister einen Führung zu vereinbaren und bei deftiger Küche einen kurzen Abriss der Geschichte der "Kleinsten Brauerei Brandenburgs" zu erhalten.
Flexibel und freundlich gehen die wenigen Angestellten im Familienbetrieb auf die Wünsche der Gäste ein.
Während man zwischen den selbstgebrauten Biersorten (Dunkles, Helles Pils und Pils Natur, sowie Malz) und den wenigen, in der Regel fleischhaltigen Gerichten (vegetarisch sind der Salat, Gemüsesuppe und der "Brathering") wählen kann, erklärt der Braumeister Horst Mücke (Zitat:"Keine Sorge, ich steche nicht!") grundsätzliches zur Bierherstellung im Allgemeinen und zur Bedeutung für die Gesundheit und des Wohlergehens nach dem Biergenuss im Besonderen.
Nach diesen einleitenden Worten des Braumeisters wird schnell klar: entweder man findet sexistische Äußerungen gut oder hat ein dickes Fell, denn es wiederholen sich im Vortrag ständig frauendiskriminierende Äußerungen.
Neben dem Senior und dem Junior sowie den Angestellten im Gastronomiebereich, werden noch 3 Auszubildende in unterschiedliche